EVALUATION 2 :: Juni 2018

am

Als eine der über tanzfähig beteiligten Tänzerinnen und Tänzer antwortete Denise Kastler auf einige Fragen, wie sie das Projekt „Moving Beyond Inclusion“ erlebt hat.

 

Wie ist es dazu gekommen, dass Du an dem Projekt mitgemacht hast?

Ich habe einige Zeit bei tanzfähig am wöchentlichen Training teilgenommen und auch einige von tanzfähig organisierte Workshops besucht. Dann wurde ich gefragt, ob ich am MBI-Projekt teilnehmen möchte.

Was bedeutet tanzfähig für Dich?

tanzfähig ist der Boden meiner Tanzerfahrungen, der Ort, an dem ich meinen ersten Workshop besuchte und wo ich sowohl Lust auf das Tanzen und Ausprobieren entwickeln als auch Sicherheit gewinnen und vor allem Gleichgesinnte (im Sinne der Akzeptanz von körperlicher Vielfalt) treffen konnte. tanzfähig ist keine Companie, sondern eine Initiative, die es mit ihren Angeboten meistens ermöglichte, dass ich als Rollstuhlfahrerin teilnehmen konnte, da die Studios barrierefrei zugänglich waren. Dass ich bereits über 50 Jahre alt war, als ich mit dem Tanzen begann, hat bei tanzfähig keine Rolle gespielt, so dass ich die Erfahrungen machen konnte, die in dem Moment für mich passten.

 

Bitte vervollständige den Satz: „Ich wurde im Tanz professionell, als … “ bzw. „Ich bin eine professionelle Tänzerin, weil …“.

Ich bin keine professionelle Tänzerin.

 

Was hat Dich beim Tanzen überrascht? Entweder bei Dir selbst oder in Deiner Umgebung?

Es war der Augenblick, als ich das erste Mal vom Rollstuhl auf den Boden kam. Und viel später das sehr bewusste Bewegen vom Rollstuhl auf den Boden. Oder die Wahrnehmung, wie verschieden mein eigener Körper mit seinen Bewegungsmöglichkeiten ist, ob er im Rollstuhl ist oder sich auf dem Boden bewegt. Dann hat es berührende Momente in improvisierten Tanz-Duetten gegeben und eine verblüffende Gleichzeitigkeit beim Duett mit einem Fußgänger in der Klasse während des Unterrichts von und mit Jurg Koch.

Was kannst Du für Deine Praxis aus dem MBI-Projekt für Dich herausholen?

Das Wichtigste: Dass es sehr viele Leute gibt, die sich mit Tanz und körperlicher Vielfalt beschäftigen, etwas ausprobieren, Stücke kreieren, und man nun mit ihnen vernetzt ist oder Kontakt aufnehmen kann. Dass es schön wäre, eine Tanzgruppe oder Companie zu haben, wo man regelmäßig tanzen und auch Stücke entwickeln könnte. Dann: Verschiedene Herangehensweisen an das gemeinsame Tanzen, zum Beispiel: Was ist das Verbindende aller Tänzer, wie kann man es sichtbar machen? Oder: Bei welchen Übungen können alle dasselbe, aber individuell Verschiedenes tun? Mir hat die Methode der „instant composition“ sehr gut gefallen und enorm viele Möglichkeiten eröffnet.

 

Zusammen mit Beiträgen von Projektbeteiligten der anderen Partner findet sich das Interview in englischer Übersetzung in dem zum Projektabschluss herausgegebenen Dokument „MBI Artistic Resource“.


Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s