MATAN ZAMIR

:: DIVERSITY EXISTS ::
Matan Zamir und Nicola Mascia im Gespräch
mit Ursula Schorn

Als die Tanzpädagogin, Tanz- und Gestalttherapeutin Ursula Schorn und das Berliner Choreographen-Duo Matan Zamir und Nicola Mascia (matanicola) sich bei den choreographischen Forschungstagen für und mit tanzfähig im September 2016 zum ersten Mal trafen, entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse daran, Fragen zur Vielfalt im Tanz zu stellen, die noch keine Antwort haben.

Die jetzige Begegnung wird ihren Gedankenaustausch informell fortsetzen und sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen, die sich aus Diversität und körperlicher Vielfalt im Tanz ergeben. Es geschieht in der Hoffnung, den Diskurs über den Tanz hinaus erweitern und sich interkulturellen und geschlechtsbezogenen Fragen zuwenden zu können. Im Wissen darum, dass es keine einfachen Antworten auf all die Fragen gibt, die mit Diversität zusammenhängen, werden sie ihre Erfahrungen miteinander teilen und die Gemeinsamkeit in ihrer körperbezogenen Forschung suchen. Da der körperliche Ausdruck im Tanz das weite Feld der nonverbalen Kommunikation eröffnet, beinhaltet er ungeheure Möglichkeiten, jenseits von Worten, jenseits von Erklärungen, über Grenzen hinaus, den Körpern eingeschriebene Empfindungen und Zustände des Seins zu verbinden. Können wir unser Denken auf das grundlegende Phänomen der Vernetzung ausrichten? Der Gedankenaustausch wird in verschiedene Aspekte des Tanzes eintauchen und dabei vom Körperlichen zum Philosophischen übergehen. Die Fragen, die gestellt werden, sollen neue Wege erschließen, die zur Vielfalt des physischen, emotionalen und transpersonalen Ausdrucks führen. Es sollen Wege sein, auf denen sich erfassen lässt, was für ein Reichtum in der heutigen Welt in Diversität und Vernetzung liegt.

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Matan Zamir ist ein jetzt in Berlin lebender Choreograph und Performer aus Israel. Er studierte Tanz an der Kibbuz Contemporary Dance School und an der Bat Dor Dance School in Tel Aviv. 1996 trat er dem renommierten Batsheva Dance Ensemble unter der künstlerischen Leitung von Ohad Naharin bei. Er war eingeladen, als kreativer Performer, künstlerischer Mitarbeiter und Probenleiter mit der Choreographin Yasmeen Godder zu arbeiten. Im Jahr 2002 zog er nach Berlin und arbeitete seitdem mit verschiedenen Choreographen, Regisseuren und Künstlern wie Sasha Waltz, Benoit Lachambre, Michaela Casper, Kiriakos Hadjiioannou, Peaches und Hanayo u.a zusammen.
Im Jahr 2005 gründete er zusammen mit dem italienischen Choreographen und Performer Nicola Mascia das kollaborative Duo matanicola. Ihr bisheriges Werk umfasst 7 abendliche Stücke, dazu ortsspezifische Werke, Festivalkuratierungen, Installationen und Improvisationsprojekte.
Im Jahr 2014 gründete er zusammen mit Gal Naor The Progressive Wave,  ein fortlaufendes Kooperationsprojekt, das komplexe spirituelle Ideen in eine innovative und einzigartige audiovisuelle performative Sprache umsetzen will. Ihr 2016 entstandenes Debütstück „Lights & Vessels“ war der erste Teil der Performance-Trilogie „Science of Signs“. Im Jahr 2016 wurde Matan Zamir nach China eingeladen, um ein Stück für die D.Lab-Tanzkompanie in Shanghai zu schaffen, und 2017 nach Japan, um mit Hanayo Nakajima eine Videoinstallation im MOT Museum für zeitgenössische Kunst in Tokio zu entwickeln.
Neben seiner Tätigkeit als Choreograph und Performer unterrichtet Matan Zamir regelmäßig international zeitgenössischen Tanz und führt er Workshops zur Bewegungsforschung durch.

http://www.matanicola.com
http://www.theprogressivewave.com

:: K O N F E R E N Z ::
TANZ KÖRPER ERWEITERUNG
STRETCHING THE PHYSICALITY OF DANCE
Berlin | 23. – 24. August 2017

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