DORIS GEIST

:: TANZ UND GEBÄRDENSPRACHE ::
Kurzvortrag von Doris Geist & Corinna Mindt

 

Eine Voraussetzung des Unterrichts für diverse Gruppen ist eine flexible Gestaltung ausgehend von den Bedarfen der Teilnehmenden. Unsere Unterrichtsmethoden passen sich immer an diesen und an den Konstellationen der DozentInnen an.

In der Herangehensweise der Unterrichtskonzeption in der Kombination mit Gebärdensprache liegt ein großer Schwerpunkt der Methodik auf visuellem Kontakt, Rhythmus, Form und körperlichen Übersetzungen.

Allgemein werden in der Aufwärmphase Themen wie Rhythmus, Bewegungsqualität, Raum und Körperform in Bezüge gesetzt, die individuelle Umsetzungsmöglichkeiten zulassen.

Die Unterrichte durchlaufen meist folgende Stationen: im eigenen Körper ankommen- im Raum ankommen- die Bedeutung und Qualität der eigenen Bewegungen erfahren- die anderen wahrnehmen- eigenes und fremdes Bewegungsmaterial in Bezug setzen- mit einem übergeordneten Thema oder auch aus der Körperlichkeit heraus alleine arbeiten, mit einem Partner oder der Gruppe neues Bewegungsmaterial kreieren.

Diese Stationen oder Eckpunkte wechseln in der Reihenfolge und erweitern sich.

In der Kombination Gebärdensprache und Tanz geht es darum, Form, Bedeutung, Rhythmus und Abstraktion zu untersuchen, die Erkenntnisse als Ausgangspunkt der Bewegung zu nehmen und in die Kunstsprache Tanz miteinfließen zu lassen.

So bestellen wir auch in die Workshops, die Doris allein oder wir gemeinsam unterrichten kaum Gebärdendolmetscher, sondern nutzen diese spezielle Aufmerksamkeit, welche die Gebärdensprache fordert, als Qualität für den Unterricht. (Es wird übersetzt, wenn jemand mit einer Sehbeeinträchtigung in der Gruppe ist.)

 

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Doris Geist (Gebärdensprachdozentin) kam 1999 erstmals bei Anne-Katrin Ortmann im tanzwerk bremen mit Neuem Tanz / Improvisation in Berührung. Kontinuierlich bildete sie sich ebendort sowie bei bewegungs-art Freiburg in zeitgenössischem Tanz, Contact Improvisation und Choreografie weiter und erweiterte ihr Bewegungsrepertoire. 2001 gründete sie mit anderen das Tanztheater TATH. Als Tänzerin wirkte sie in den tanzbar_bremen-Produktionen Mit dem Rollstuhl auf den Mond (2004), Criminal Tango (2005), HIER (2009), HÜBEN (2009) und Helden (2011), Hexen GmBH (2015) und SommerNacht (2016) mit. Selbst gehörlos, inspirierte ihre Idee, sich mit der taubblinden amerikanischen Autorin Helen Keller auseinanderzusetzen, das 2007 von Günther Grollitsch choreografierte Tanztheaterstück RAUSCHEN, in dem sie mittanzte. Doris Geist unterrichtet Tanztheater, Neuen Tanz, Improvisation und Gebärdensprache, choreografiert eigene Stücke und tanzt in Bremen.Seit 2009 leitet sie gemeinsam mit Corinna Mindt die Workshops Zeitgenössischer Tanz trifft Gebärdensprache im In- und Ausland. Im Juni 2010 bekam sie für ihr Stück Verlorene Zeit mit dem Visuellen Theater Hamburg den Preis für die beste künstlerische Gestaltung. Für Hexen GmbH arbeitete sie erneut mit tanzbar_bremen zusammen und ist nun Mitarbeiterin des Modellprojektes KompeTanz.

:: K O N F E R E N Z ::
TANZ KÖRPER ERWEITERUNG
STRETCHING THE PHYSICALITY OF DANCE
Berlin | 23. – 24. August 2017

 

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